Dr. Andreas Mussenbrock
Was ist eine philosophische Praxis? Philosophische Praxis - Für wen? Der erste Sprung aus der Einsamkeit
 
 
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Was ist eine Philosophische Praxis?

Vor allem ein Ort des Gespräches. Ein Gespräch, das helfen soll, den Weg zur eigenen Lebens-Wahrheit zu finden. Dabei wird es Um- und Abwege geben. Damit daraus nicht dauernde Irrwege werden, steht der Philosoph als erfahrener Zuhörer, Förderer und Begleiter zur Verfügung.

Nach Sokrates fällt dem Philosophen im Gespräch die Rolle des Geburtshelfers (maieutike) zu. So ist die Wahrheit überhaupt das Resultat eines Bergungsmanövers, dessen, was noch verborgen ist. Das philosophische Gespräch zielt auf den Prozess der Lichtung der eigenen Existenz. Das Bergen der Wahrheit ist in diesem Sinne das befreiende Philosophische Praxis Geschehen der Selbstwerdung aus den Nöten und Ängsten der Seele und des Geistes. Auf diesem dialogischen Weg soll sich das Dauerhafte im Wandel zeigen - eine Beständigkeit als das ureigene Fundament, in dessen bewusster Tiefe die Angst vor dem Dasein schwindet. Dieses Er-Eignis verdichtet sich im Gespräch mit dem Philosophen zu der Erkenntnis des mir Eigenen. Das gegründete Wissen darum, was mir eigen ist, wirkt als Heilung. Dieses Heil- und Ganzwerden ist die Geburt von etwas grundsätzlich Neuem. Sie ist der dramatische Wendepunkt aus dem angstvollen Dunkel der leeren Selbstvergessenheit in die belebende Fülle der lichten Eigentlichkeit des je eigenen Daseins.

Auf diesem Weg wird der Philosoph fragen und beraten, er wird auch trösten, ermutigen und Schutz gewähren. Niemals aber wird er seinen Dialogpartner in fertige Lehrsätze und erstarrte Dogmen zwingen.

Wir werden gemeinsam nach Ihrem Weg fragen - bis zum Ziel. Dieses Ziel - dieses Letzte und Erste zugleich - werden nur Sie allein kennen.